Unbeschreiblich, wie das unter die Haut ging

Peppig, fein und äusserst abwechslungsreich war das Programm der Brass Band Rickenbach vergangenen Samstag am Jahreskonzert im Kubus. Von sphärischen Klängen bis zu Militärmärschen war alles dabei – sogar ein Live-Kommentar übers Eishockey.


Obwohl am vergangenen Samstag einiges los war in der Blasmusikszene und in der Region überhaupt, hatten überraschend viele Besucher den Weg zum Kubus gefunden. Moderator Roy Käch begrüsste das Publikum humorvoll mit einem Bezug auf den Bestechungsskandal in Österreich: man könne schon zu ihm kommen und bilateral verhandeln – dann würde er während der Ansagen laufend Bescheid geben über den Stand des Eishockeymatches Schweden-Schweiz.

 


Ging unter die Haut

Natürlich war das nicht nötig, denn die Zuhörerschaft wurde von der Brass Band Musik der Rickenbacher sofort in den Bann gezogen. Beim «Song of Hope» brillierten die drei Solisten Anita Furrer-Wiederkehr (Eb-Cornet), Simon Estermann (Bb-Cornet) und Christan Habermacher (Bb-Cornet). «Unbeschreiblich, wie das unter die Haut ging und das Herz berührte.», meinten darauf viele Zuhörer, die gefühlvoll in die Musik eintauchen konnten.

 

 

 

Aus Sicht der Astronauten
«Ich war gerade online auf der Website der Raumstation ISS und habe gesehen, dass das Eishockeyspiel jetzt beginnt!» Mit dieser Ansage des Moderators war man dann aber schlagartig wieder da. Das Hauptwerk des Abends «Fragile Oasis» von Peter Meechan bestand aus fünf Sätzen. Es beschreibt die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Erde aus der Perspektive der Astronauten – eindrücklich und kraftvoll, mit Glanzpunkten diverser Solistinnen und Solisten.

 

 

 


Für Militär und Prinzessinnen
Weiter ging es dann Schlag auf Schlag. Der «Marsch der Geb Inf Br 12» aus der Feder von Enrico Calzaferri begeisterte durch seinen Schwung. Kein Wunder, hatte ihn der Dirigent doch im WK auf der Wache innerhalb von vier Stunden geschrieben. «Piper O`Dundee» war von Komponist Kenneth Downie eigentlich der schottischen «Es-Horn-Prinzessin» Sheona White auf den Leib geschrieben worden. Am Samstagabend wurde das Stück jedoch nicht minder reizvoll von Luca Grossmann vorgetragen – und der Spielstand Schweden-Schweiz war 1:1.

 


Von der dunklen Seite des Mondes
Die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft fanden Ausdruck im Stück «Elemental». Ein Werk, welches mit gesprochenem Text durch den Moderator begleitet wurde. Mit Ragtime ging es weiter: Der «Maple Leaf Rag» wurde von den Solisten Philipp Zimmermann und Raphael Burkard (Euphonium) sowie Marcel Schüpfer und Toni Büchler (Eb-Tuba) gekonnt dargeboten. 
Speziell war auch «The Dark Side oft the Moon» von Paul Lowatt-Cooper.  Die Stimmung von der «Dunklen Seite des Mondes bis dorthin, wo die Sterne erblickt werden können…» wurde fantastisch und fulminant umgesetzt. Und im Eishockey stand es 4:3 für Schweden. 

 

 


Genuss für Kenner und Spieler 
Nach einem begeisterten Applaus (für die Brass Band, nicht für Schweden) wurde dem Publikum selbstverständlich eine Zugabe geboten. «Gruss an Bern!» – in flottem Marschtempo schloss die BBR ihr diesjähriges Konzert. Es war ein kurzes, peppiges und äusserst abwechslungsreiches Programm, welches sie ihrer Zuhörerschaft geboten hatte und welches von Musikkennern wie auch Spielenden sehr genossen und hoch gelobt wurde.

 


Kraft und Energie
«Dieser Abend und diese Musik hat mir viel Kraft und Energie gegeben!», sagte ein Gast, was einmal mehr erklärt, auf wie vielen Ebenen Musik wirken kann. Natürlich wird diese Wirkung auch immer auf geselliger Ebene gepflegt und so fand das Konzert ein gemütliches Ausklingen an der Bar. Auch der Stand des Eishockeymatches hatte sich nicht mehr verändert.

 


Eröffnet wurde das Jahreskonzert von den jüngsten Blechbläserinnen und Bläsern des Michelsamts: Das Fortepiano unter der Leitung von Benjamin Wey erfreute das Publikum mit drei Stücken – insbesondere mit dem bekannten «Eye of the Tiger». Hinweis: Die Brass Band Rickenbach hat am Musiktag in Altishofen vom Samstag, 1. Juni, folgende Auftritte:  Parademusik um 16.25 Uhr, Konzertvortrag um 20.30 Uhr.