Stimm- und klang gewaltiger Konzertevent

Die Brass Band Rickenbach entführte seine Konzertevent-Besucher vergangenes Wochenende in die Musicalwelt. An insgesamt drei sehr gut besuchten Aufführungen im Kubus präsentierten sie Musical Hits aus «West Side Story», «Les Misérables», «Jesus Christ Superstar » und «The Lion King». Begleitet wurde die Brass Band vom Chor «Audite Nova» aus Zug und den Sängern Karolina-Slavka Müller und David Morell. Oliver Kuhn führte wie immer mit viel Witz durch den sehr gelungenen Event.

 

k-IMG_4468Um 19.30 Uhr marschierten die rund 35 Musikerinnen und Musiker mit ihren Instrumenten unter lautem Applaus auf die dieses Jahr besonders weit ausgebaute Bühne. Nach dem Intro, einem von Corsin Tuor und Enrico Calzaferri arrangierten Medley aus dem US-amerikanischen Musical «West Side Story», stellte sich der gewaltige 100-köpfige Chor Audite Nova Zug hinter der Brass Band auf für ein beseeltes «Somewhere », ebenfalls aus West Side Story. «Tony von den Jets war verliebt in Maria von den Sharks und es entbrannte ein heftiger Kampf…und schliesslich starb Tony in Marias Armen.» Nachdem Moderator Oliver Kuhn knapp die shakespeares-ähnliche Romeo und Julia- Geschichte erläuterte, die aus seinem Munde trotz ihrer Tragik für viele Lacher aus dem Publikum sorgte, trat David Morell mit «Maria» und «Tonight» auf. In seiner Darstellung des verliebten Tonys bewies der Sänger nicht nur musikalisches, sondern auch schauspielerisches Talent.

 

Besungenes Elendk-IMG_4449
Mit nicht minder schwerer Materie ging es weiter mit dem Musical «Les Misérables», das von aufständischen Republikanern um 1832 in Paris handelt und von dem selbstlosen Valjean, der armen totkranken Fabrikarbeiterin Fantine und deren unehelichen Tochter Cosette erzählt. Er habe der Brass Band ja geraten, ein Stück von Rosamunde Pilcher zu spielen, meinte Oliver Kuhn scherzend, der sich übrigens passend zu jedem Musical kleidete. Mit dem sehr energischen und rasanten Stück «At the End oft the Day» beeindruckten abermals die vielen kräftigen Stimmen, die von dem Leid der armen Fabrikarbeiter sangen. Mit «I dreamed a Dream» setzte Karolina-Slavka Müller einen ersten emotionalen Höhepunkt. Zwei riesige LED-Bildschirme zur Linken und zur Rechten der Bühne liessen die Zuhörerinnen und Zuschauer mit passenden Bildern noch tiefer in die besungene Welt eintauchen.

 

k-IMG_4463Stimm- und klanggewaltig: Die grosse Aufstellung beeindruckt nicht nur visuell, sondern auch akustisch

 

Der Superstar des Abendsk-IMG_4544
Nach der Pause ging es weiter mit «Jesus Christ Superstar». Das von Andrew Lloyd Webber geschriebene Musical wurde trotz des Widerstands christlicher Gruppen zu einem riesigen Hit. Chor, Brass Band und Sänger wurden der sogenannten Rockoper mit ihrer Interpretation mehr als gerecht, denn die Bühne wurde gerockt: Von «Hosanna», das aus den 100 Mündern des Chors ertönte bis hin zu «I don’t know how to love him», gesungen von der sich in Jesus verliebenden Maria Magdalena, alias Karolina-Slavka Müller. Allen voran rockte «the Superstar himself», der leidenschaftliche David Morell, der sich in immer wechselnde Rollen hineingab. Mit «Superstar» hatte er das johlende Publikum in der Tasche.

 

«Hakuna Mata»
Nachdem offensichtlich auch in dem dritten Musical der Hauptdarsteller sterben musste, wurde es munterer mit dem Auftakt zum krönenden Abschluss – «The Lion King». In die Kindheit zurückversetzt lauschte das Publikum den bekannten Melodien von Elton John und Hans Zimmer und liess sich verzaubern von Bildern aus dem 32. Zeichentrickfilm von Walt Disney aus dem Jahre 1994. Oliver Kuhn, der diesmal mit seinem Safari-Outfit die Bühne betrat, erzählte die Geschichte von Simba, der trotz der Intrigen seines Onkels Scar seinen Platz in Kreise des Lebens und seine grosse Liebe Nala fand. Eine Geschichte, die wohl jeder kannte, immer aber schön anzuhören ist. So konnte sich das Publikum also entspannt zurücklehnen, im Sinne von «Hakuna Matata», was auf gut Deutsch «es gibt keine Sorgen» bedeutet.

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Freudestrahlend: Glücklich ernteten die Musiker den wohlverdienten Applaus für ihre Leistung.

 

«Mamma Mia»
Begeisterten Applaus und Standing Ovation ernteten die Musiker für ihre grossartige Leistung. Absolut unerwartet kam als Zugabe nicht etwa ein zweites Mal «Circle of Life», sondern ein schmetterndes ABBAMedley aus «Mamma Mia». Nicht nur die allseits bestaunte Darbietung ist für die jeweils so erfolgreichen Konzertevents entscheidend. Die gute Betreuung des Publikums durch das speditive Serviceteam und die gut organisierte Küche tragen massgebend zum langen Sitzleder bei.

 

Bericht: Jasmin Piffner