Ein Konzertevent von internationalem Format

“Black Music Special” war der Titel des 16. Rickenbacher Konzertevents, den die Brass Band Rickenbach am vergangenen Wochenende vor zahlreichem Publikum erfolgreich aufführte. In Zusammenarbeit mit Sängerin Valerie Scott, Jazz-Posaunist Adrian Mears und Moderator Oliver Kuhn hat die Brass Band Rickenbach ein kurzweiliges, unterhaltsames Programm zum Besten gegeben.

 

Zu „Black Bird Special“ (Dirty Dozen Brass Band) nahmen die Musiker der Brass Band Rickenbach unter der Leitung von Enrico Calzaferri ihre Plätze auf der Bühne im Kubus ein: Es war der Auftakt zu einem gelungenen Konzertevent, der das Publikum unter dem Motto „Black Music Special“ in Welt des Soul, Jazz und Funk entführen würde. Oliver Kuhn führte in bekannter Manier durch das Programm, seine Ansagen kurz, prägnant und so pointiert wie informativ. Bereits beim zweiten Stück hatte zudem einer der beiden „Special Guests“ seinen ersten Auftritt – Adrian Mears stammt aus Australien, lebt heute an der Schweizer Grenze und ist am Jazzcampus in Basel Professor für Posaune und Gehörbildung. Er spiele Didgeridoo, „das australische Alphorn“, so Oliver Kuhn, allerdings würde er sich an diesem Abend auf die Posaune konzentrieren. Und wie er Posaune spielen kann: Adrian Mears stellte mit einer gefühlvollen Interpretation von „Georgia on my Mind“ (Ray Charles) gleich ein erstes Mal sein Können auf diesem Instrument unter Beweis.

Etta James‘ „At Last“ war gleich anschliessend der Auftritt des zweiten Gastes. Die amerikanische Soul Diva Valerie Scott ist schon auf internationalen Bühnen und mit musikalischen Grössen wie Mick Jagger, Jennifer Lopez, Michael Jackson und Joe Cocker aufgetreten – und nun, wie Oliver Kuhn sagte, „mit der in der Schweiz weltberühmten Brass Band Rickenbach!“. Sie animierte das Publikum gleich zum Mitschnipsen und -klatschen, begeisterte mit ihrer kräftigen Stimme und erntete dafür grossen Beifall. Einem einheimischen Solisten gehörte das nächste Stück, „Under the Boardwalk“ (The Drifters): Martin Reinhard (Flügelhorn) meisterte seinen Auftritt souverän. Sowohl Adrian Mears als auch Valerie Scott standen danach bei „Hallelujah I Love Her So“ (Ray Charles) auf der Bühne. Beide Künstler überzeugten auch bei diesem Stück mit der starken Bühnenpräsenz, mit der sie auftraten: Valerie Scott, gut gelaunt und mitreissend, und Adrian Mears, mit geschlossenen Augen und auswendig spielend, performten beide mit einer Lockerheit, die perfekt zu dem ungezwungenen Charakter des Liedes passte. Mit „The Best of Earth, Wind & Fire“ ging es anschliessend in die Pause.

 

Mit dem rasanten „Caravan“ (Duke Ellington) ging es nach der Pause weiter, gefolgt von „Sir Duke“. Das Lied, das Stevie Wonder dem Komponisten des vorangegangenen Stückes gewidmet hatte, wurde von Valerie Scott gesungen. Wie schon oft an diesem Abend bewies die Brass Band Rickenbach dabei ihre Vielseitigkeit – ob Jazz oder Blues, ob mit Solisten oder ohne, die Musiker fühlten sich in jeder Stilrichtung wohl, setzten sich gekonnt in Szene und begleiteten präzise – und liessen es erst noch aussehen (und klingen), als wäre alles ganz einfach. 

Es folgten das getragene „Misty“ (Ella Fitzgerald, Posaune: Adrian Mears) und „Behroozi“ (Lucky Chops) sowie Marvin Gayes „Ain’t no Mountain High Enough” (Gesang: Valerie Scott). „Sing Sing Sing“ (Louis Prima) sorgte für grossen Applaus für die Solisten, die sich nacheinander hervortaten – neben Posaunist Adrian Mears waren auch Anita Furrer (Eb-Cornet) und Nico Stettler (Drum Set) solistisch zu hören. Vor dem letzten Stück des Abends ergriff Moderator Oliver Kuhn die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten zu bedanken, so unter anderem bei den Sponsoren und allen Helfern – besonders bei der Brass Band Harmonie Rickenbach dafür, dass sie für das leibliche Wohl aller Anwesenden sorgte. Er wies ausserdem darauf hin, dass im Jahr 2021 kein Konzertevent durchgeführt werden würde. Allerdings solle man sich unbedingt das letzte Mai- sowie das erste Juniwochenende 2021 reservieren, denn dann findet unter dem Motto „#fäschttäg“ das gemeinsame Fest der Brass Band Rickenbach und der Brass Band Harmonie Rickenbach statt. Vom 26. bis 30. Mai 2021 organisieren die beiden Vereine nämlich anlässlich ihrer Jubiläen (130 Jahre für die Brass Band und 125 Jahre für die Brass Band Harmonie) das Luzerner Kantonale Jugendmusikfest. Vom 2. bis 6. Juni 2021 werden gleich darauf mit einem grossen Fest die beiden Geburtstagsgeschenke eingeweiht: Die Brass Band erhält eine neue Uniform und die Brass Band Harmonie eine Teil-Neuinstrumentierung. Nach diesen vielversprechenden Aussichten und dem letzten Stück, „Don’t Stop ‘Til You Get Enough“ (Michael Jackson) erntete die Brass Band Rickenbach tosenden Applaus, weshalb sie nicht nur eine, sondern zwei Zugaben spielte: Lionel Richies „All Night Long“, noch einmal mit Valerie Scott und Adrian Mears, und – nun wirklich zum Schluss – „Clash!“ von Simon Dobson sorgten für einen fulminanten Abschluss des Rickenbacher Konzertevents 2020.